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Terrapene

von Irmi Jasser-Häger

 

   

 

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Terrapene carolina major

 

Beschreibung

Ein sehr altes Weibchen, mit im Alter zunehmender Weissfärbung des Kopfes Die Terrapene carolina major ist die größte Art der Dosenschildkröten und der T. c. triunguis farblich sehr ähnlich. An den Hinterfüßen besitzt sie jedoch vier Zehen und sie wirkt auch mehr abgeflacht. Ältere Tiere bekommen oftmals einen bläulichen bis weißen Kopf. Für mich ist die Major die aquatilste aller Terrapenearten.
Eines meiner Zuchtweibchen

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Haltung

Gut strukturierte Gehege im Gewächshaus Die Tiere werden von mir von Mai bis Oktober in einem großen Gewächshaus gehalten. Männchen und Weibchen halte ich das ganze Jahr über getrennt. Im Hochsommer haben die Tiere zusätzlich Zugang zu den Außengehegen, da dieser Art ungedingt eine Freilandhaltung, am besten mit Teich, geboten werden sollte; das beheizte Gewächshaus steht den Tieren aber in den Sommermonaten zur Verfügung, um unsere, für diese Terrapene meist zu kalten Sommer, auszugleichen.
Dieses Gewächshaus ist ca. 20qm groß, hat einen Umluftheizer, der Luft und Boden nicht austrocknet, und auf einem Drittel der Längsfläche eine Bodenheizung, sowie sechs 150 Watt-Strahler. Die Temperaturen betragen im Sommer 25-38 °C, im Winter kommen die sehr bewegungsfreudigen Tiere in große Terrarien mit den Ausmaßen 2,2 x 0,8 m, bei Temperaturen zwischen 32 und 38 Grad. Dies bedeutet, daß für diese Tiere unsere Jahreszeiten umgedreht werden. Ihr Sommer ist in unserem Winter und so erfolgen auch die meisten Eiablagen im Terrarium.
Ein weiterer Ausschnitt des Gewächshauses Ich achte immer darauf, dass den Tieren sowohl im Sommer, als auch im Winter trockene, feuchte und sehr feuchte Plätze zur Verfügung stehen. Der Bodengrund im Gewächshaus ist gewachsener Boden, Pinienerde und bemooste Stellen, im Terrarium ein Sand-Erde-Pinienerde-Gemisch. Nach meinen Erfahrungen ist die Major die wasserabhängigste der Terrapene-Arten und ein hervorragender Schwimmer und so stehen den Tieren im Sommer ein Teich und im Winter ein Drittel des Terrariums mit Wasser zur Verfügung. Zusätzlich wird täglich gesprüht, um eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.

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Fütterung

Die Tiere können sich selbst versorgen, da sie im Gewächshaus Kellerasseln, Spinnentiere, Käfer und vor allem Heimchen, aber auch Würmer und Schnecken finden. Alle diese Futtertiere vermehren sich selbständig und werden nicht mehr eingesetzt. Zusätzlich werden die Tiere täglich mit Löwenzahn und Romanasalat, ab und zu auch Endiviensalat gefüttert, wobei dieses Grünfutter in etwa ein Drittel ihrer Nahrung ausmacht. Das Lieblingsfutter meiner Tiere sind Süßwasserfische und Babymäuse, die insbesondere die Weibchen auch täglich bekommen. Zwei mal im Monat bekommen die Tiere auch sogenannten Schildkrötenpudding. An Obst verfüttere ich alle Arten von Beeren, hingegen Äpfel und Bananen äußerst selten.
Bei diesem abwechselungsreichen Futterangebot kann ich auf zusätzliche Mineralien oder Vitamine bei der Fütterung verzichten.

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Paarung

Bevor die Tiere einen eigenen Teich bekamen, musste auch schon mal die Wasserschale zur Paarung genügen Eine ganzjährige Geschlechtertrennung ist einer der wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Zucht, denn man erspart den Tieren damit Stress und Aggressionen. Die Paare werden bei mir einmal im Frühjahr und im Herbst zusammen gesetzt und nach erfolgreicher Paarung sofort wieder getrennt. Dabei erfolgt die Paarung fast immer im Wasser.

 

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Eiablage

Ein Weibchen bei der Eiablage Tragende Weibchen werden vor der Eiabalage sehr hektisch, laufen viel hin und her und prüfen dabei immer mit dem Maul die Erde, um einen geeigneten Eiablageplatz zu finden. In den Außengehegen oder im Gewächshaus ist das Finden einer geeigneten Stelle meist kein Problem, oftmals werden auch mehrere Probelöcher gemacht, bevor der richtige Eiablageplatz gefunden ist. Dies kann bis zu sechs Wochen dauern und hat mich schon oft zur Verzweifelung gebracht. Aber irgendwann hat auch das anspruchvollste Weibchen den richtigen Platz gefunden, eine künstliche Einleitung der Eiablage ist nach meinen Erfahrungen bei Terrapene meist unnötig.
Zwei Tiere vor dem Eiablageplatz Im Terrarium die richtige Stelle zu finden ist für das Tier oft schwieriger und erfordert auch vom jeweiligen Halter ein gewisses Fingerspitzengefühl. Der Eiablageplatz hier sollte mindestens 20 cm hoch sein und aus einem Erde-Sand-Gemisch bestehen, zusätzlich die richtige Feuchtigkeit besitzen und an der richtigen Stelle im Terrarium sein. Ich forme ihn meist als leicht abgeflachten Hügel, habe ihn aber auch schon 5 - 6 mal verschieben müssen, bis dem Weibchen die Stelle genehm war und es ihn angenommen hat. Meist ist er dann auch für die anderen Weibchen an der richtigen Stelle.
Die Eiablage erfolgt meist ab 17 Uhr und kann sich bis zu 8 Stunden hinziehen. Dabei sollte man das Tier auf keinen Fall stören. Das Weibchen gräbt nun einen ca. 10 bis 15 cm langen Gang mit einer meist seitlichen, birnenförmigen Erweiterung, in die es seine Eier legt. Dabei benutzt es seine Hinterbeine wie Schaufeln. Anschließend zieht es mit ihnen weite Kreise um Gras oder andere Halme auf die Eier zu geben, bevor es dann die Grube mit Erde füllt. Zum Schluss festigt es das ganze mit kreisenden Bewegungen, bis sich die Stelle nicht mal mehr erahnen läßt. Ich habe auch schon Tiere beobachtet, die sich immer wieder zum Glätten und Festigen der Stelle über dieser hoch stellten und sich dann richtig "darauf knallen" ließen.

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Inkubation

Die Eier in den Heimchendosen stehen im Brüter nach Budde Die Eier sollten nun möglichst schnell ausgegraben werden, denn wenn man bis zum nächsten Morgen wartet, besteht die Gefahr, dass die Eier entweder austrocknen oder dass sich schon ein Keimling gebildet hat, der sich beim Ausgraben verdrehen könnte. Ich inkubiere die Eier in Die Eier liegen in Vermiculite im Brüter Heimchendosen mit feuchtem Vermiculite im Verhältnis 1:1. Die Dosen kommen nun in einen Brüter nach Budde, die Wassertemperatur liegt zwischen 30 und 32 Grad. Nach 36 bis 40 Tagen stelle ich die Dosen in eine "Jäger-Kunstglucke", damit das Substrat etwas abtrocknen kann. Der Schlupf erfolgt nach 48 bis 65 Tagen. Meist öffnen die Kleinen das Ei am Eipol und verlassen das Ei dann nach wenigen Stunden. Viele Babys flüchten bei "Gefahr" wieder ins Ei zurück und bevor ich diese Beobachtung gemacht habe, habe ich mich gewundert, warum der Schlupf so lange dauerte.

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Aufzucht der Jungtiere

Schlüpflinge Die Schlüpflinge kommen zunächst in kleine Gefäße mit feuchtem Küchenpapier, bis der Dottersack ganz eingezogen ist. Dann setze ich sie in kleine Aufzuchtbecken mit Pinienerde und Moos. Diese Aufzuchtbecken stehen bei mir in einem geschlossenen Terrarium, zum einen schützt dies vor Zugluft, zum anderen gewährleistet dies eine gleichbleibend Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Aufzuchtbecken werden mindestens einmal täglich mit warmen Wasser übersprüht, dabei ist zu beachten, dass es auch trockene Stellen gibt, auf denen sich die Babys ganz trocknen können. Kleine Spotstrahler oder Halogenlämpchen dürfen auf keinen Fall fehlen, wichtig sind auch mehrere Badeschälchen. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 28 und 38 Grad, nachts fallen die Temperaturen auf 20 Grad zurück.
Schlüpflinge Sobald es die Witterung erlaubt, bringe ich die Kleinen nach draußen in die Sonne, denn die natürlichen UV-Strahlen sind extrem wichtig für die Gesundheit und gutes Wachstum. Die Kleinsten kommen in mit Erde und Sand gefüllte Plastikwannen, die größeren in kleine ausbruchsichere Gehege. Natürlich müssen den Tieren genügend Schattenplätze zur Verfügung stehen und man muß darauf achten, daß sich die Wannen nicht zu sehr aufheizen. Auch die Gefahr, die von Vögeln, Katzen oder Mardern ausgehen könnte, sollte man bedenken und darum immer engmaschige Netze über die Wannen oder Gehege spannen.
Ein Jungtier frisst in der Freilandanlage
In den ersten Wochen besteht das Futter der Schlüpflinge hauptsächlich aus Kellerasseln, kleinen Würmern und Schnecken. Auch Grünfutter wie Löwenzahn und Romanasalat sollten von Anfang an angeboten werden, spätestens nach drei Wochen nehmen die Babys auch dieses an. Von Rinderherz, Mehlwürmern und Wachsmaden rate ich ab, denn dieses Futter ist zwar bequem, aber viel zu fett und Mehlwürmer fressen sogar die Babys an! Besser ist Beo-Futter, denn es enthält getrocknete Insekten, Beeren und Haferflocken und wird von den Tieren gerne angenommen, wenn im Winter mal das Lebendfutter ausgehen sollte. Ein weiteres "Notfall-Futter" ist auch Sera Raffy P, aber öfter als 2 mal im Monat sollte es nicht verfüttert werden. Nach 3 bis 12 Wochen fressen die Tiere auch halbe Babymäuse oder Eintagsküken.
Ein Schlüpfling im Aufzuchtbecken Im November/Dezember graben sich die Jungtiere oftmals über mehrere Wochen selbst ein. Dann sollten die Temperaturen auf 15-20 °C gesenkt werden und die Tiere nicht mehr gestört werden. Es ist grundsätzlich stressig für die Tiere, wenn man sie immer wieder ausgräbt, um sicher zu gehen, daß sie in Ordnung sind. Anfänger machen diesen Fehler oft, sie sollten mehr Geduld haben, denn wenn die Tiere Hunger haben, kommen sie von selbst. Wenn man all diese Ratschläge befolgt, wird man feststellen, dass die Tiere zwar langsam, aber glatt und hoch wie in der Natur wachsen.

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